Während der Weltmeisterschaft wird beim Fußballgucken traditionell sportlich vor dem Fernseher gegessen. Der chilenische Wurstfabrikant Winter denkt dabei sogar an die 96-Fans im Land und bietet die Fleischpastete „Hannover“ mit schwarz-rot-goldenem Schriftzug an. Ein wahres Fundstück im Kühlregal, das sich bestens als Aufstrich für die Schnittchen zur Halbzeitpause eignet. Leider aber wurde die Zielgruppe etwas verfehlt: Die Redaktion von „Fußball von unten“ besteht aus Vegetariern.
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Donnerstag, 10. Juni 2010
Hannover ist 'ne Wurst
Während der Weltmeisterschaft wird beim Fußballgucken traditionell sportlich vor dem Fernseher gegessen. Der chilenische Wurstfabrikant Winter denkt dabei sogar an die 96-Fans im Land und bietet die Fleischpastete „Hannover“ mit schwarz-rot-goldenem Schriftzug an. Ein wahres Fundstück im Kühlregal, das sich bestens als Aufstrich für die Schnittchen zur Halbzeitpause eignet. Leider aber wurde die Zielgruppe etwas verfehlt: Die Redaktion von „Fußball von unten“ besteht aus Vegetariern.
Mittwoch, 7. April 2010
Abstiegserfahren und trotzdem standfest
Hannover 96 steckt im Tabellenkeller. Sowas zerrt an den Nerven und es scheint, als sei der drohende Absturz besonders katastrophal. Eigentlich müssten es die Fans der Roten besser wissen. Ligawechsel gehören bei diesem Klub dazu. In den 70ern und 80ern war er eine Fahrstuhlriege. Zum hundertjährigem Vereinsjubiläum 1996 ging es sogar in die damalige Regionalliga. Ein Andenken an diese schwärzeste Saison steht auch in Concepción in meinem Geschirrschrank: das oben abgebildete Bierglas.
Es hat in den vergangenen Jahren mit einer hohen Belastbarkeit beeindruckt. Diverse Umzüge hat es überstanden. Das 96-Glas fiel in die Hände schwankender Partygäste und selbst nach der langen Flugreise von Deutschland nach Chile blieb es ohne jegliche Kratzer. Im Morgengrauen des 27. Februar hat es erwiesen, wie unerschütterlich es ist. Nach dem Erdbeben der Stärke 8,8 sind keinerlei Mängel zu beanstanden. Andere Trinkgefäße lagen dagegen in Scherben zerstreut auf dem Küchenboden. Ruhig ist es immer noch nicht, zahlreiche Nachbeben rütteln weiterhin an seinem Boden. Diese meistert das Glas mit Bravour. Soviel Standfestigkeit sollte auf die aktuelle 96-Mannschaft abfärben, bebt es doch in dieser Saison permanent in der hannoverschen Fußballwelt.
Freitag, 11. Dezember 2009
Hannover 96 in der chilenischen Werbewelt
Jubelnde 96-Spieler sind gute Werbeträger. Das versteht sich in Hannover von selbst, aber dass sie auch in Chile funktionierten, hat im Juni 2006 etwas überrascht. Die Kaufhauskette fallabella hatte damals passend zur Weltmeisterschaft ein breites Angebot an Fernsehern, DVD-Playern, Kameras und anderen technischen Geräten. Die Bildschirme waren aufgrund des Fifa-Turniers in Deutschland mit Fußballern versehen. Neben einigen Kickern vom AS Rom und AC Mailand glänzten vor allem die 96-Stars in dem Katalog "Semana Elektrica - Audio/Video". Auf fast jeder Seite feierten Jiri Stajner, Michael Tarnat und Co. ihre Tore. Noch ist unklar, ob fallabella bei der nächsten WM wieder auf die Roten zurückgreifen will. Verkaufsfördernd war die Aktion zweifellos.Mittwoch, 8. April 2009
Abstiegsgespenst oder Favoritenschreck?
In der Welt der Plüschtiere und Kuschelmonster gibt es allerlei Merkwürdigkeiten. Einige Vertreter bevölkern neuerdings meine Wohnung, darunter das oben abgebildete Exemplar. Angesichts der aktuellen Tabellensituation frage ich mich, ob es etwa das gefürchtete Abstiegsgespenst sei? Seit das Ding zum ersten Mal aufgetaucht ist, läuft es nicht mehr so recht bei 96.
Allerdings gab es auch ein paar gute Spiele, weshalb ich eine andere Vermutung habe. Der grüne Zeitgenosse mit den Knopfaugen trägt stolz die 96 auf seinem Körper. Da demnächst bis auf die Bayern alle Titelkandidaten gegen die Roten antreten müssen, könnte es sich dem bei dem Wesen um den berüchtigten Favoritenschreck handeln. Hannover stünde es gut der Klinsmann-Elf zu helfen, indem es neun von neun Punkten aus den Partien gegen Hertha, Hamburg und Wolfsburg holt.
Der Favoritenschreck und zahlreiche andere Meisterwerke wurden von der Künstlerin Francisca Setz aus Santiago erstellt.
Der Favoritenschreck und zahlreiche andere Meisterwerke wurden von der Künstlerin Francisca Setz aus Santiago erstellt.
Donnerstag, 8. Januar 2009
Merchandising für Kids
Kindererziehung ist eine schwierige Sache. Es gibt viele Streitpunkte und Uneinigkeiten, auch verläuft nicht alles nach Plan. Die lieben Kleinen reagieren, wie sie wollen. Wie und mit welchen Grenzen der Nachwuchs aufwachsen soll, ist im eigentlich gar nicht planbar. Eltern handeln am Ende instinktiv. Ein Thema lässt jedoch keinerlei Dikussionen zu: die Wahl des richtigen Fußballvereins.
Stadionbesuche bei Spielen von Hannover 96 werden für meinen Sohn eher selten sein. Wahrscheinlich werden ihm Colo-Colo, La Universidad de Chile oder auch argentinische Klubs vertrauter sein als die Roten. Meine geliebten 96er gibt es dagegen nur aus dem Fernsehen und Internet. Ich muss also auf anderen Wegen seine Leidenschaft für die Niedersachsen entfachen. Die Kleinkindlinie aus dem Fanartikelkatalog hilft ein bisschen dabei. Wie zu erwarten war, steht ihm Rot sehr viel besser als Gelb-Blau. Das zu wissen ist in einer überwiegend blau-gelben Stadt wie Concepción sehr wichtig.
Mein Lieblingsprodukt ist daher neben Strampelhosen und Trinkflaschen die Eintracht Braunschweig Windel. Das Wappen des Erzrivalen ziert dabei die wichtige Innenseite. Sie läuft nicht aus, der Inhalt hat seinen Platz. So kommt durch Diegos mal größere, mal kleinere Eigenleistung zusammen, was zusammen gehört.
Stadionbesuche bei Spielen von Hannover 96 werden für meinen Sohn eher selten sein. Wahrscheinlich werden ihm Colo-Colo, La Universidad de Chile oder auch argentinische Klubs vertrauter sein als die Roten. Meine geliebten 96er gibt es dagegen nur aus dem Fernsehen und Internet. Ich muss also auf anderen Wegen seine Leidenschaft für die Niedersachsen entfachen. Die Kleinkindlinie aus dem Fanartikelkatalog hilft ein bisschen dabei. Wie zu erwarten war, steht ihm Rot sehr viel besser als Gelb-Blau. Das zu wissen ist in einer überwiegend blau-gelben Stadt wie Concepción sehr wichtig.
Mein Lieblingsprodukt ist daher neben Strampelhosen und Trinkflaschen die Eintracht Braunschweig Windel. Das Wappen des Erzrivalen ziert dabei die wichtige Innenseite. Sie läuft nicht aus, der Inhalt hat seinen Platz. So kommt durch Diegos mal größere, mal kleinere Eigenleistung zusammen, was zusammen gehört.
Donnerstag, 21. August 2008
96-Merchandising in Chile: Alkohol
Der Saisonauftakt hinterließ einen derben Beigeschmack. Wochenlang freuten sich die Fans auf das Ende der Sommerpause, um endlich wieder ihre Roten zu sehen. Man habe nun den besten 96-Sturm aller Zeiten, wurde in der Presse posaunt. Jan Schlaudraff, Mikael Forsell und Mike Hanke sollen fortan die Niedersachsen in den Europapokal schießen. Das Schalkespiel erweckte Zweifel an der Umsetzung der Zielvorgabe. Vorne zahm und in der Abwehr äußerst löchrig präsentierte sich 96. Das Resultat war ein 0:3 und ein letzter Platz.
Die chilenische Apotheken- und Drogeriekette Farmacias Ahumada (Fasa) hat daher einen ganz besonderen Merchandisingartikel auf den Markt gebracht: denaturierter Alkohol. Anders als bei der Konkurrenz von Cruz Verde und Salcobrand mit ihren schlaffen 95 Prozent, sorgt das Fasa-Produkt mit 96-Prozent für den richtigen Schwung bei misslungenen Eröffnungsparties und beschleunigt ein schnelles Vergessen von miserablen Kicks. Am Freitag ist das Mitschlusslicht Energie Cottbus zu Gast. Bleibt zu hoffen, dass kein 96-Fan zur chilenischen Flasche greifen muss.
Donnerstag, 7. August 2008
96-Merchandising in Chile: Cerveza Austral
Der Braumeister José Fischer hatte 1896 die "Cervecería La Patagona" gegründet und nach dem deutschen Reinheitsgebot Pils, Lager und andere Sorten hergestellt. Das Rezept hat sich auch in der Andenrepublik bewährt und Austral gehört zu den besten Bieren des Landes. Es ist herber als die Massenkonkurrenz Escudo und Cristal, vor allem aber verträglicher. Wer einmal in einer chilenische Kneipe seinen Durst löschen möchte, kann bedenkenlos zugreifen. Ein Kater bleibt aus.
Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Verpackung zeugen für Qualität. Auf dem Etikett sind die Berge des Nationalparks "Torres del Paine" abgebildet. Passend für einen 96-Fanartikel sind die Farben in schwarz-weiß-grün gehalten, zur Veredelung wurde ein pokalsiegerliches Gold hinzugefügt. Austral preist sein Bier jedoch nicht mehr wie in der Vergangenheit mit "Tradición desde 1896", sondern mit "Fundada en 1896" an. Bei dem Alter ergibt sich die Tradition von selbst. Eine vielleicht pikante Randnotiz ist, dass die Region um Punta Arenas "Península de Brunswick" genannt wird.
Freitag, 25. Juli 2008
96-Merchandising in Chile ... Trikots!
“Kommst du jetzt mit? Wir wollen doch in die Mall“, fordert mich meine Frau am Freitagnachmittag auf. Wollen? Naja, besser gesagt, müssen. Die Einkaufszentren gehören nicht gerade zu meinen favorisierten Orten, aber wir haben wirklich einige Einkäufe für den kommenden Nachwuchs zu erledigen, weshalb ich mich nicht wehre. Mit dem Sammeltaxi fahren wir zur „Plaza Trebol“, einem Shoppingparadies zwischen Talcahuano und Concepción, das all den anderen Konsumtempeln in Chile wie ein Klon gleicht. Am Eingang gibt es eine Art englischen Pub und eine Sportbar, unter dem Dach reihen sich die Markenläden sowie Kaufhäuser aneinander: Almacena Paris, Ripley, Fallabella etc.. Alles ist blitzsauber und steril, ich bevorzuge eigentlich lebendige Innenstädte.
Nur flüchtig werfe ich einen Blick in das Diadora-Geschäft, doch plötzlich beginnt mein Herz zu rasen. Was ich sehe, kann ich kaum fassen: 96-Trikots hängen tatsächlich strahlend neben denen von Huachipato und Union Española. Ich muss da rein! Als miserable Recherche entpuppt sich mein Blogartikel über die fehlenden 96-Jerseys in Chile heraus, doch das ist nun egal. Zielstrebig gehe ich auf die Hemden mit dem Tuifly-Schriftzug zu, während sich die Verkäuferin über meine nicht zu verbergende Euphorie wundert. Meine Frau erklärt ihr, dass es sich um Merchandising meines Lieblingsvereins handele und ich niemals mit dem Verkauf dieser Produkte in Chile gerechnet hätte. „Die führen wir seit zwei Wochen“, meint die Händlerin. Am anderen Ende der Welt verscherbelt Diadora also seine Restbestände und ich greife natürlich zu. Seit zwei Jahren habe ich keine 96-Trikots in einem Laden gesehen. Ein bewegender Moment.
„Wer kauft denn in Talcahuano etwas von Hannover 96?“, frage ich. „Ach, gar nicht so wenige. Den Kunden gefällt das Design“, erwidert die Dame an der Kasse und will wissen, was das für ein Team sei. Ich halte einen Kurzvortrag über die Einzigartigkeit dieser Mannschaft und erzähle ihr, 96 sei bereits zweimal Meister sowie einmal Pokalsieger gewesen. Sie erfährt, dass ich jahrelang eine Dauerkarte besaß und früher sogar im Europacup auswärts mit dabeigewesen war. Die unwichtigen Details spare ich aus. Nachdem ich ihr die nötigsten Daten und Fakten über die Roten erläutert habe, bremst mich meine Frau. Sie befürchtet einen weiteren stundenlangen Monolog und drängt mich zum Weitergehen. Die Verkäuferin bedankt sich jedoch für diesen lehrreichen Moment, weil sie jetzt die Klienten besser beraten könne. Natürlich verspricht sie, sich ab sofort für 96 zu interessieren. Ich glaube ihr und verlasse ein Trikot reicher das Geschäft.
Nur flüchtig werfe ich einen Blick in das Diadora-Geschäft, doch plötzlich beginnt mein Herz zu rasen. Was ich sehe, kann ich kaum fassen: 96-Trikots hängen tatsächlich strahlend neben denen von Huachipato und Union Española. Ich muss da rein! Als miserable Recherche entpuppt sich mein Blogartikel über die fehlenden 96-Jerseys in Chile heraus, doch das ist nun egal. Zielstrebig gehe ich auf die Hemden mit dem Tuifly-Schriftzug zu, während sich die Verkäuferin über meine nicht zu verbergende Euphorie wundert. Meine Frau erklärt ihr, dass es sich um Merchandising meines Lieblingsvereins handele und ich niemals mit dem Verkauf dieser Produkte in Chile gerechnet hätte. „Die führen wir seit zwei Wochen“, meint die Händlerin. Am anderen Ende der Welt verscherbelt Diadora also seine Restbestände und ich greife natürlich zu. Seit zwei Jahren habe ich keine 96-Trikots in einem Laden gesehen. Ein bewegender Moment.
„Wer kauft denn in Talcahuano etwas von Hannover 96?“, frage ich. „Ach, gar nicht so wenige. Den Kunden gefällt das Design“, erwidert die Dame an der Kasse und will wissen, was das für ein Team sei. Ich halte einen Kurzvortrag über die Einzigartigkeit dieser Mannschaft und erzähle ihr, 96 sei bereits zweimal Meister sowie einmal Pokalsieger gewesen. Sie erfährt, dass ich jahrelang eine Dauerkarte besaß und früher sogar im Europacup auswärts mit dabeigewesen war. Die unwichtigen Details spare ich aus. Nachdem ich ihr die nötigsten Daten und Fakten über die Roten erläutert habe, bremst mich meine Frau. Sie befürchtet einen weiteren stundenlangen Monolog und drängt mich zum Weitergehen. Die Verkäuferin bedankt sich jedoch für diesen lehrreichen Moment, weil sie jetzt die Klienten besser beraten könne. Natürlich verspricht sie, sich ab sofort für 96 zu interessieren. Ich glaube ihr und verlasse ein Trikot reicher das Geschäft.
Donnerstag, 17. Juli 2008
96-Merchandising in Chile (Folge 2)
„Licores 96? Das Zeug muss ja schmecken”, dachte ich mir, als ich die bauchige Flasche mit dem einzigartigem Namen im Spirituosenhandel entdeckte. Natürlich griff ich sofort zu, denn die Zahl war die beste Werbung für ein Produkt und ein Kirschlikör passte hervorragend in meine unsortierte Hausbar.
Da steht er nun auch seit einer Weile und neigt sich langsam dem Ende zu. Euphorisch runtergestürzt habe ich das Schnäpschen nur beim ersten Mal, das Produkt des Weinproduzenten „Concha y Toro“ ist einfach zu süß. Der Kirschgeschmack wirkt ein wenig künstlich, obwohl laut Artikelbeschreibung nur die besten Früchte der Region bei Curicó verwendet wurden. Das traditionelle Herstellungsverfahren sorgte auch bei meiner Flasche für das sanfte Aroma, 25 Prozent Alkohol sind in der Tat recht mild für eine chilenische Spirituose. Das Nationalgetränk Pisco fängt bei 35 Grad erst an.
Verlockender als der Inhalt ist eigentlich das Etikett, das eine geschwungene 96 in einem Oval ziert. Ähnlichkeiten mit dem Vereinswappen des Bundesligisten dürften vom Grafikdesigner gewollt sein. Das Logo wirkt wie die VIP-Variante der hannoverschen 96, edel kommen die rotbraunen Ziffern auf dem cremefarbenen Hintergrund daher. Weinimporteure sollten bei Concha y Toro nachfragen, ob der Likör demnächst auf der Osttribüne des Niedersachsenstadions die Stimmung anheben könne.
Einen Einfluss auf den Spielverlauf habe ich bei meiner Recherche nicht ausgemacht. Die Ergebnisse der Roten waren nach Genuss absolut unterschiedlich. Sieg, Niederlage und Remis: alles war in der letzten Saison dabei. Am besten schmeckt ein Gläschen nach dem Essen und ein Blickfang ist die Flasche auf einer rauschenden 96-Party sowieso. Solche Feste sind in Chile allerdings eher selten.
Da steht er nun auch seit einer Weile und neigt sich langsam dem Ende zu. Euphorisch runtergestürzt habe ich das Schnäpschen nur beim ersten Mal, das Produkt des Weinproduzenten „Concha y Toro“ ist einfach zu süß. Der Kirschgeschmack wirkt ein wenig künstlich, obwohl laut Artikelbeschreibung nur die besten Früchte der Region bei Curicó verwendet wurden. Das traditionelle Herstellungsverfahren sorgte auch bei meiner Flasche für das sanfte Aroma, 25 Prozent Alkohol sind in der Tat recht mild für eine chilenische Spirituose. Das Nationalgetränk Pisco fängt bei 35 Grad erst an.
Verlockender als der Inhalt ist eigentlich das Etikett, das eine geschwungene 96 in einem Oval ziert. Ähnlichkeiten mit dem Vereinswappen des Bundesligisten dürften vom Grafikdesigner gewollt sein. Das Logo wirkt wie die VIP-Variante der hannoverschen 96, edel kommen die rotbraunen Ziffern auf dem cremefarbenen Hintergrund daher. Weinimporteure sollten bei Concha y Toro nachfragen, ob der Likör demnächst auf der Osttribüne des Niedersachsenstadions die Stimmung anheben könne.
Einen Einfluss auf den Spielverlauf habe ich bei meiner Recherche nicht ausgemacht. Die Ergebnisse der Roten waren nach Genuss absolut unterschiedlich. Sieg, Niederlage und Remis: alles war in der letzten Saison dabei. Am besten schmeckt ein Gläschen nach dem Essen und ein Blickfang ist die Flasche auf einer rauschenden 96-Party sowieso. Solche Feste sind in Chile allerdings eher selten.
Freitag, 20. Juni 2008
96-Merchandising in Chile (Folge 1)
Der Merchandisingmarkt hat seit einigen Jahrzehnten seine Angebotspalette längst über Trikots, Fahnen, Mützen und Schlüsselanhänger hinaus erweitert. Einige Vereine bieten eine Vollausstattung für den Alltag, sogar Fanhäuser sind dabei. Es ist ein gutes Geschäft und liefert wichtige Einnahmen für die Fußballklubs. Sie schauen deshalb genau hin, wer und was verkauft. Die Artikel müssen lizensiert sein, denn Produktpiraterie ist auch für Mannschaften wie Hannover 96 ein Ärgerniss.
In Chile fallen einem 96-Fan ständig diverse inoffizielle Fanartikel ins Auge. Es gibt Bier von 1896, einen 96er Likör sowie allerlei eingelegtes Gemüse. Die Firma Traverso produziert zum Beispiel feurige rote Soßen, milden Senf, Sauerkraut, Mixed Pickles und verschiedene Oliven. Die Qualität ist sehr gut und preislich gibt es an den Waren auch nichts auszusetzen. Das "Aji Pebre", eine scharfe chilenische Spezialität, hat zwar nicht den wunderbaren Geschmack der selbstgemachten Variante, aber dient hervorragend, um Pommes und anderen Fastfood zu verfeinern. Traverso bietet auch einen Kaufanreiz, um zu ihren und nicht zu den Konkurrenzprodukten zu greifen: Auf der Verpackung prangt ein kreisrundes Gütesiegel, das bezeugt, es habe "Tradición desde 1896". Ein Hannover 96 Fan weiß, dass es eine bessere Auszeichnung kaum geben kann.
Es könnte perfekt sein, doch Firmengründer Rossi Signolo muss bei der Suche nach den typischen Farben seinen Unternehmens etwas verwechselt haben. Die über 50 Produkte werden nicht in rote oder schwarz-weiß-grüne, sondern in blau-gelbe Verpackungen gesteckt. Das Gütesiegel ist blau-gelb und wirkt in dieser Kombination etwas befremdlich, schließlich stehen diese Farben für eine andere Kickerriege, deren Qualität eher drittklassig ist. Die Oliven, Gürkchen und Zwiebeln schmecken trotzdem. Vielleicht ist die blau-gelbe Masche nur ein Trick, um einem Rechtsstreit über Urheberrechte zu entgehen.
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